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Archiv für die Kategorie „Veranstaltungen“

Filmvorführung und Diskussion mit der Filmemacherin Ricarda Hinz

Drei KreuzeWann? Freitag, 11. März 2016, 19:00 Uhr

Wo? Kulturwerkstatt Paderborn (Cafeteria), Bahnhofstr. 64, Paderborn

Der Eintritt ist frei.

Sie sind herzlich eingeladen!

Vorgeschichte: Im Mai 1995 hatte das Karlsruher Bundesverfassungsgericht eine Vorschrift der Bayerischen Volksschulordnung für verfassungswidrig und nichtig erklärt, nach der in allen bayerischen Volksschul-Klassenzimmern ein Kruzifix oder Kreuz anzubringen sei. In der daraufhin erarbeiteten Neufassung des Gesetzes übernahm jedoch die bayerische Regierung die Vorschrift aus dem alten Gesetzestext, begründete dies mit geschichtlicher und kultureller Prägung und erweiterte das Gesetz lediglich um einen Zusatz, in dem für den “atypischen Einzelfall” eine Konfliktlösung angeboten wurde. Dieses konservative Festhalten der bayerischen Politik an dem religiösen Symbol sollte 1996 im Düsseldorfer Karneval mit einem Motivwagen thematisiert werden, der nach einem Entwurf des Illustrators und Bildhauers Jacques Tilly drei Narren am Kreuz und eine Tafel mit der Aufschrift “Karneval in Bayern” zeigen sollte.

Da zu diesem Zeitpunkt die regionale Presse noch vorab über die Karnevalsmotive der Düsseldorfer berichten konnte, hatte sich aufgrund des “lästerlichen” Karnevalsmotivs eine Gruppe empörter Christen formiert. Die wirkten mit einer Beschwerdekampagne auf die örtliche Presse und die Sponsoren des Karnevalszuges derart massiv ein, dass die Stimmung in der Presse kippte und die Geldgeber das inzwischen angefertigte Motiv “ersatzlos” streichen ließen. Doch dann kam alles anders.

Die Dokumentarfilmerin Ricarda Hinz hat den als “Düsseldorfer Kruzifix-Skandal” bezeichneten Vorfall in einer 42minütigen Dokumentation unter dem Titel “Kruzifix – kurz vor der Endzeit” verarbeitet. Der Film ist ein ausgezeichnetes Lehrstück über religiös verletzte Gefühle, Intoleranzen und aggressive Nazi-Vergleiche, über vermeintliche gesellschaftliche Stimmungslagen, die sich hinterher in Luft auflösen und über abgedrehte Reportagen, die ungesendet in öffentlich-rechtlichen “Giftschränken” verschwinden. Letztendlich jedoch ist der Dokumentarfilm auch ein lehrreiches Beispiel dafür, wie man sich mit trickreichen Möglichkeiten den zornigen und verängstigten Verbotsforderungen nicht so ganz beugt.

1996 wurde der sehenswerte Film in einem Düsseldorfer Kino uraufgeführt und ist nun auch in Paderborn zu sehen.

 

Bild: Jacques Tilly – Mit freundlicher Genehmigung von Ricarda Hinz

 

Podiumsdiskussion mit Mina Ahadi in Bielefeld

Vielen geht die Trennung von religiösen Gemeinschaften und Staat, von Politik und Religion in der Bundesrepublik nicht weit genug – sie fordern strikte Laizität. Andere sehen die Verflechtungen zwischen Politik und Religion als positive Bereicherung an, auf die auch ein säkularer Staat nicht verzichten sollte. Während die einen Religion als Bedrohung für den Frieden in unserer Gesellschaft einschätzen, betonen die anderen ihr soziales Kapital. Dieses hochaktuelle Thema ist Gegenstand des diesjährigen „Philosophischen Aschermittwochs“.

Folgende Gäste nehmen an der Podiumsdiskussion teil:

  • Mina Ahadi (Vorstand des Zentralrats der Ex-Muslime, Stipendiatin der Giordano-Bruno-Stiftung)
  • Prof. Dr. Johannes Hellermann (Öffentliches Recht, Bielefeld)
  • Prof. Dr. Wolfgang Reinbold (Rat der Religionen, Hannover)
  • Jun. Prof. Dr. Michaela Rehm (Philosophie, Bielefeld)
  • Moderation: Dr. Manuela Lenzen (ZiF)

ZiF (Veranstaltungsort)
 

 
Der Eintritt ist frei!
 

Wir möchten Sie ganz herzlich zu dieser Veranstaltung einladen, die wir in Kooperation mit dem Linken Forum Paderborn durchführen.
Wann? Mittwoch, 9. Dezember, 19:30 Uhr
Wo? Kulturwerkstatt Paderborn (Cafete), Bahnhofstr. 64, Paderborn

Der Eintritt ist frei.

 

Die Theologie steht an Universitäten unter Denkmalschutz. Und wenig hilfreich scheinen auch die Beiträge zu sein, die die Theologie zu einer modernen Weltsicht beisteuern kann. Denn wo andere Fakultäten seit der Aufklärung die Welt real verändert haben, wird es in der Theologie schon als Innovation gefeiert, wenn ein alter Holzweg von Zeit zu Zeit mit viel verbalem Aufwand wieder frei geräumt oder eine neue Schule begründet wird.

Heinz-Werner Kubitza, selbst „gelernter Theologe“, macht sich auf in die Parallelwelten aktueller Dogmatiken und spürt den verschlungenen Denkwegen „moderner“ Universitätstheologen hinterher. Kubitza benennt das Elend der Theologie, die Scheinprobleme und Scheinlösungen einer an Bibel und theologische Tradition gefesselten und selbsternannten Wissenschaft, die sich zwangsläufig immer wieder in innere Widersprüche verstricken muss und der es unmöglich ist, sich aus den theologischen Fesselspielen aus eigener Kraft wieder zu befreien.

Im Anschluss Diskussion.

 

 

Achtung Programmänderung! Da Ralf Prestenbach leider kurzfristig abgesagt hat, wird sich der Ablauf des Abends wie folgt ändern:
Nach der Vorstellung der OWL-Regionalgruppe der Giordano-Bruno-Stiftung, des Humanistischen Verbandes Deutschland und weiterer konfessionsfreier und humanistischer Gruppen werden Thomas Behrend aus “Heiliger Bim Bam” (Ralf Prestenbach) und Veronika Bitzan aus “Hoffnung Mensch” (Michael Schmidt-Salomon) lesen. Anschließend findet eine Diskussion statt.
Wir möchten Sie ganz herzlich zu dieser Veranstaltung einladen, die wir in Kooperation mit dem HVD Bielefeld durchführen. 
Ralf Prestenbach Heiliger Bimbam

Bild: Julia Berlin

Was wird aus einem Jungen, der in Deutschlands katholischer Rheinland-Provinz aufwächst? Ganz klar: ein Messdiener. Mit himmelschreiender Komik beschreibt Ralf Prestenbach in Heiliger Bim Bam. Ein Messdiener fällt vom Glauben ab seine Jugend in Chorhemd und Talar, in der er so allerhand erlebt hat: Waffengeschäfte und Drogenkonsum im Namen des HERRN, Glaubenskriege im Zeltlager und Evas Erbsünde auf dem Spielplatz. Mit bestechend kindlicher Logik erkennt der kleine Ralf schon früh: Wenn der HERR der Hirte ist, dann muss man sich mit den Schäferhunden gut stellen.

Der 45-jährige Ralf Prestenbach könnte heute auch hinter dem Altartisch stehen und nicht hinter der Theke seines Koblenzer Konzertclubs Circus Maximus. Warum das so hätte sein können – ja, diese Geschichte erzählt der ehemalige Punker, gelernte Masseur und medizinische Bademeister, abgebrochene Tiermediziner und diplomierte Pädagoge in seinem höchst amüsanten Rückblick auf seine katholische Jugend. Als der kleine Ralf im Koblenzer Stadtteil Metternich das Licht der Welt erblickte, begriff er schnell, dass die neue Freiheit wieder in einer Leibeigenschaft endete. Mutter und Vater dankten ständig dem HERRN, dass der kleine Ralf nun endlich da sei – somit war klar: „Der HERR meiner Eltern, war naturgemäß auch mein HERR. Von wegen Freiheit …“ Bei Ralf Prestenbach keimte demnach schon früh das Korn des Zweifels: der geisterhafte HERR als großer Strippenzieher des Schicksals? Nun ja, nahezu zwei Jahrzehnte gab es kein Entrinnen und so durchlief der Koblenzer frech und fromm die Stationen einer katholischen Entwicklungsgeschichte.

So betete Ralf nicht nur für den Weltfrieden, sondern auch für eine neue Erbsenpistole. Selbstverständlich mit aller gebotenen Ehrfurcht, denn der Wunsch musste dem HERRN ja auch in den Kram passen. Und siehe da: „Zwei Monate lang betete ich jeden Abend. Das Ergebnis: Für Waffen ließ sich der HERR definitiv schneller begeistern.“ Aber auch für große Inszenierungen im Delirium war der HERR zu haben: „Einmal im Jahr boten wir alles auf, was wir hatten. Vierzehn Messdiener zogen zur Osternacht festlich gekleidet durch das Mittelschiff zum Altar. Thomas trug die Kerze, und Andreas und ich sorgten für die Drogen. Es sollte das letzte Mal sein, dass wir drei die Verantwortung für den Weihrauch hatten. Wir legten einen Löffel nach dem anderen auf die heißen Kohlen und schwenkten was die Kraft hergab. Und dann kippte der Erste um.“

Von diesen und anderen Erlebnissen erzählt Ralf Prestenbach im charmanten Plauderton mit reichlich Witz und Lokalkolorit. Und zum Schluss fragt der ehemalige Messdiener, der vom Glauben abfiel: „Wo wären wir denn heute ohne christliche Werte? Früher oder später kommt diese Frage immer. Sie ist eine Art Totschlag-Argument, gerade weil man sie nicht eindeutig beantworten kann. Doch Nächstenliebe, Gleichberechtigung und Fairness – all diese Dinge, die sich Christen so gerne auf die Fahnen schreiben, mussten vielfach gegen den erbitterten Widerstand der Kirche erkämpft werden. Da stellt man sich doch besser die Frage: Wo wären wir heute ohne den Humanismus? Im schlimmsten Fall in einer christlichen Welt ohne Glaubens- und Gewissensfreiheit, ohne Frauenemanzipation, ohne Freiheit der Wissenschaft, ohne Freiheit der Kunst …“

Ralf Prestenbach war nicht nur Messdiener, Lektor und Klosterschüler – um ein Haar wäre er auch katholischer Priester geworden. Doch als ihm dämmerte, dass der Mensch sich nicht durch seinen Glauben, sondern durch seinen Verstand an die Spitze der Nahrungskette gekämpft hatte, wählte er die dunkle Seite der Macht und eröffnete einen Musikclub und eine Strandbar in Koblenz am Rhein. Er schuf sich damit ein ganz weltliches Kulturparadies auf Erden.

Im Anschluss Diskussion. Außerdem stellen sich die OWL-Regionalgruppen der Giordano-Bruno-Stiftung und des Humanistischen Verbandes Deutschland vor.

Wann? Donnerstag, 19. November, 20:00 Uhr
Wo? mondo Buchhandlung, Elsa-Brandström-Str. 23, 33602 Bielefeld

Der Eintritt ist frei.

 

Wir möchten Sie ganz herzlich zu dieser Veranstaltung einladen, die der HVD Bielefeld in Kooperation mit der Regionalgruppe Ostwestfalen-Lippe der Giordano Bruno Stiftung durchführt. 

Angst vor ungewollter Leidensverlängerung und Würdeverlust am Lebensende?

Die meisten Menschen in Deutschland bestehen darauf, ihr Leben selbst beenden zu dürfen,
wenn nichts mehr geht. Dafür wollen sie z.B. ärztliche Suizidhilfe in Anspruch nehmen können.
Doch im Bundestag werden verschiedene Gesetzentwürfe zum Thema Suizidhilfe diskutiert. Es
droht eine weitgehende Einschränkung der bislang straffreien Praxis der Hilfe zur Selbsttötung.


Wir fragen:

  • ● Welchen Stellenwert hat eine selbstbestimmte Gestaltung des Lebensendes in
    unserer Gesellschaft?
  • ● Wie kann Menschen – auch zur Vorbeugung eines Suizids – in existenziellen
    Notsituationen wirksam geholfen werden?
  • ● Wie könnte eine verantwortbare, kontrollierte Suizidhilfe gestaltet werden?
    Wie beurteilen wir die im Bundestag vorliegenden Gesetzentwürfe?

Referenten:

  • Eva Maria Rellecke, Dipl. Psychologin und ehemals Ethikberaterin am Bergmannsheil-Klinikum in Bochum. Sie wird das Thema Patientenverfügung und die Bedeutung des Patientenwillens aufgreifen.
  • Erwin Kress, Präsident des Humanistischen Verbands NRW. Er wird die aktuelle Debatte zum Thema „Palliativmedizin und assistierter Suizid“ darlegen, sowie die humanistische Position dazu.
Wann? Freitag, 16. Oktober, 19:30 Uhr
Wo? Raum 07, Bürgerwache in 33615 Bielefeld, Rolandstraße 16

Der Eintritt ist frei.