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Archiv für die Kategorie „Arbeitsrecht“

 

Hier herunterzuladen bzw. zu bestellen: http://www.glaeserne-waende.de/

 

Rund 25 Millionen Menschen in der Bundesrepublik, knapp ein Drittel der Bevölkerung, gehören keiner Konfession an. Die große Mehrheit von ihnen ist nicht religiös. In den Großstädten – in den alten wie in den neuen Bundesländern – ist ihr Anteil regelmäßig erheblich höher. Doch wer nicht Mitglied in einer Kirche oder anderen traditionellen religiösen Glaubensgemeinschaft ist, hat oftmals die schlechteren Karten: auf dem Arbeitsmarkt, im Bildungssystem, in der Politik, in den Medien und in der öffentlichen Wahrnehmung. […]

Um das Wissen über die vielfältigen und teils gravierenden Formen der Diskriminierung nichtgläubiger Menschen zu verbessern, ist der Bericht Gläserne Wände entstanden. Die kompakte Broschüre beschreibt auf knapp 100 Seiten, in welchen Bereichen Bürgerinnen und Bürger ohne religiöses Bekenntnis benachteiligt werden und verweist auf aktuelle Konfliktfelder. Zusätzlich erläutert der Bericht politische und rechtliche Hintergründe des Status quo und nennt Fallbeispiele. Ergänzt werden die Darstellungen durch Vorschläge, wie die Politik Benachteiligungen abbauen könnte.

 

Sie sind herzlich eingeladen!

Corinna Gekeler / Foto © Evelin Frerk

Corinna Gekeler
Foto © Evelin Frerk

Vortrag und anschließende Diskussion zu den Auswirkungen der Loyalitätspflichten für Bewerber und Beschäftigte bei Diakonie, Caritas und Co., dem rechtlichen Hintergrund und den politischen Entwicklungen

Über eine Million Menschen arbeiten in Deutschland in kirchlichen Einrichtungen. Sie alle müssen auf ihre Glaubens- und Gewissensfreiheit und andere Grundrechte verzichten. Betroffen sind keineswegs nur „verkündigungsnahe“ Berufe wie Pfarrer oder Diakon, sondern die Regelungen gelten auch für Ärztinnen, Krankenpfleger, Hebammen, Lehrerinnen, Hausmeister, Küchenhilfen …

Evangelische und katholische Arbeitgeber machen von ihren Sonderrechten im Arbeitsalltag Gebrauch, indem sie Bewerber ablehnen, Mitarbeiter unter Druck setzen, Aufstiegschancen verweigern und Kündigungen aussprechen. Dies prägt nicht nur den beruflichen Alltag der Betroffenen, sondern wirkt weit in ihr Privatleben hinein.

Vortrag: Corinna Gekeler, Diplom-Politologin, PR- und Kommunikationsberaterin, Redakteurin, Publizistin, Autorin von “Loyal dienen” (Alibri-Verlag, 2013)

Tag/Zeit: 5.11.2014, 19:30 Uhr (Eintritt frei!)

Ort: Cafété in der Kulturwerkstatt Paderborn, Bahnhofstr. 64

Infos zum Thema: GerDiA – Gegen religiöse Diskriminierung am Arbeitsplatz

Sehr geehrter Herr Oebbecke,

sicher wurden Sie in den letzten Tagen mit Anrufen, Briefen und E-Mails überhäuft, in denen Menschen sich zum Fall der in Ihrer Gesellschaft beschäftigten Erzieherin Elisabeth Sinnerbrink äußern.
Auch unsere Gruppe hat davon aus den Medien erfahren. Als evolutionäre Humanistinnen und Humanisten möchten auch wir dazu Stellung nehmen.

Die Einrichtung, die Sie leiten, ist von den Grundsätzen der römisch-katholische Religion bestimmt. Fragt man römisch-katholische Christinnen und Christen, was denn die Grundlagen dieser Religion seien und was sie von anderen unterscheide, so hört man oft die berühmten Stichworte: Nächstenliebe, Gnade, Barmherzigkeit. Und tatsächlich: immer wieder liest und hört man von Menschen, die so leben und handeln. Diese Menschen bilden das Rückgrat dieser mehr als 1000 Jahre alten Religion. Doch schaut man sich die Verwalter dieser Religion an (ja, es sind nur Männer!), dann muss man feststellen – diese scheinen die Grundlage ihrer eigenen Religion nicht zu beherzigen. In den vergangenen 1000 Jahren wurde von diesen Führern so viel Unglück und Leid über die Menschen und die Welt gebracht, dass man sich immer wieder verwundert die Augen reibt und sich fragt, wie Reden und Handeln denn eigentlich zusammenpasse. Humanismus scheint der römisch-katholischen Kirche in ihren obersten Gremien ein Fremdwort zu sein. Man nennt dieses Phänomen – Scheinheiligkeit.

So auch im vorliegenden Fall. Hier wird einem Menschen die Lebensgrundlage genommen – nämlich das Einkommen -, mit der Begründung, dieser Mensch würde sich im Privatleben nicht an die Regeln halten, die die römisch-katholische Kirche für ihre Mitglieder aufgestellt habe und sei deswegen ungeeignet, den Erziehungsauftrag durchzuführen. Sicher, Sie haben das Recht auf Ihrer Seite. Dieses gewährt den weltanschaulich nicht neutralen Einrichtungen das Sonderrecht, Loyalitätspflichten von ihren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern zu verlangen. Ihr Verhalten ist aber das genaue Gegenteil von Nächstenliebe, Gnade und Barmherzigkeit.
Und deshalb müssen Sie sich folgende Fragen gefallen lassen:

Ist Frau Sinnerbrink ganz plötzlich und über Nacht ein anderer Mensch geworden, nur weil sie ein zweites Mal geheiratet hat? Was ist eigentlich der Auftrag von Erzieherinnen und Erziehern in Ihren (zum größten Teil aus Steuergeldern finanzierten) Kindertageseinrichtungen – Erziehung zum römisch-katholischen Christentum? Wie passt das zusammen, dass Ihre Einrichtung nebst Angestellten zu größten Teilen aus Steuermitteln aller Steuerzahlen und Steuerzahlerinnen finanziert wird, obwohl nicht einmal ein Drittel dieser „Finanzierer“ Ihrer Religion angehört ? Wozu braucht eine Religionsgemeinschaft überhaupt Wirtschaftsbetriebe, wenn ihr Geschäft doch angeblich das Seelenheil ihrer Mitglieder ist?

Wir hoffen, dass wir Ihnen mit diesen Fragen einen Denkanstoß geben konnten. Wir wünschen uns, dass Ihre Einrichtung sich zum säkularen Staat bekennt und freiwillig auf die Durchsetzung der Loyalitätspflicht bei nichttheologischen Berufen verzichtet.

Mit freundlichen Grüßen,

Kirchenjuristen legen ein neues evangelisches Arbeitsrecht vor – ohne Beteiligung der Mitarbeiter. Und ohne Streikrecht.

Weiter lesen…

Wie sagte der Theologieprofessor Gerd Lüdemann so schön treffend:

„Die freiheitlich-demokratischen Ideale und Werte, die sich jetzt auch im Grundgesetz finden, wurden während der Aufklärung gegen die sich auf Gott und Bibel berufenden Kirchen durchgesetzt. Und weder der Gott Jahwe des Alten Testaments noch der Vater Jesus Christi, noch beide in einer Person, noch Allah vertreten die Werte unseres freiheitlich-demokratischen Staates. Sie müssen sie erst noch erlernen.“

Kirchliche Mitarbeiter müssen elementare Grundrechte, wie Mitbestimmung, das Streikrecht, Religionsfreiheit, Freiheit in der persönlichen Lebensführung usw., weiterhin gegen die Kirchen erkämpfen – im Jahre 2013. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen…

Sozialethiker warnt vor Glaubwürdigkeitsproblemen

Beim Arbeitsrecht gehen die Kirchen einen Sonderweg: Beschäftigte dürfen nicht streiken und müssen sich zum Teil weitgehende Vorschriften für ihr Privatleben gefallen lassen. Die Argumente dafür sind wenig stichhaltig. Zu diesem Ergebnis kommt Prof. Dr. Hartmut Kreß, Professor für Sozialethik an der Universität Bonn.

„Gott kann man nicht bestreiken“ – so brachte die Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe 2010 ihre Haltung zum Streikrecht für kirchliche Beschäftigte auf den Punkt. Hartmut Kreß hat das Für und Wider dieser Haltung erörtert. Der Professor an der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Universität Bonn hat sich in einem Gutachten für die Hans-Böckler-Stiftung mit den Besonderheiten des kirchlichen Arbeitsrechts auseinandergesetzt. Er stellt fest, „dass die Kirchen für ihren Binnenbereich und daher auch für ihr Arbeitsrecht bis heute die Grund- und Menschenrechte nicht anerkennen“. Seiner Analyse zufolge ist diese Position weder sozial- und rechtsethisch noch theologisch zu rechtfertigen. Diesen Beitrag weiterlesen »