Nächstes Treffen
27. Juni 2017
Infos hier!
Diskussionsforum
Ganz neu und immer offen für Ihre Fragen an uns:
Unser Diskussionsforum
Buchtipp
Archive
Kategorien
Meta

Archiv für die Kategorie „Humanismus“

International Atheist Convention, held by IBKA, AAI and gbs – Köln, 22.-24. Mai 2015

Eine wirklich spannende Konferenz. Dies lag – abgesehen von den fantastischen Rednerinnen und Rednern – vor allem daran, dass sie uns die unterschiedlichen internationalen Aspekte des Säkularisierungsprozesses bewusst machte. Oft genug sind wir zu sehr mit der eigenen Gesellschaft und ihrer Probleme beschäftigt, als dass wir den Blick auf den globalen Trend werfen würden. Natürlich nehmen wir die schrecklichen Phänomene wahr, die religiöser Wahn in Hass und Gewalt ummünzt. Doch scheinen uns diese so betroffen zu machen, dass die Gegenbewegung uns aus dem Blickwinkel rutscht. So geht es jedenfalls mir.

Die erfolgreiche Umsetzung säkularistischer Positionen in gesellschaftliche Realität macht besonders die positive Entwicklung in Irland deutlich – dies etwa durch die großartige Meldung, die uns am Samstag Nachmittag jubeln ließ: Irland ist das erste Land der Welt, dass per Referendum (und also nicht durch parlamentarischen Beschluss!) die Ehe für alle Menschen öffnet. Dies ist ein offensichtliches Zeichen für den Wandel, den das vermeintlich erzkatholische Irland in den letzten Jahrzehnten durchgemacht hat. Ein sichtlich stolzer Michael Nugent, der seinen Vortrag über diese Entwicklung mit dem Satz beeendete „I’m really looking forward to coming back to an Ireland that has changed so much since I left it some days ago“, nennt seine Heimat dementsprechend auch „not a catholic country, but a country under Catholic law“. Denn die Abkehr nicht nur von der römisch-katholischen Kirche, sondern der Verlust der religiösen Bindung selbst ist gerade in Irland signifikant. Die Skandale, die die irische katholische Kirche in den letzten Monaten durchzumachen hatte, taten dazu ihr übriges.

Völlig anders sieht dagegen leider die Entwicklung in der Türkei aus. Hier sind die religiösen Machthaber der AKP unter Erdogan gerade dabei, die ehemalige säkulare kemalistische Republik in einen Gottesstaat unter präsidialer Hegemonie zu verwandeln. Morgan Elizabeth Romano berichtete über diese Entwicklungen und die Arbeit der noch sehr jungen und sehr kleinen atheistischen Vereinigung in der Türkei. Und die religiöse Unterdrückung, die sich über die letzten Jahre im Land eingeschlichen haben, betrifft vor allem Frauen.

Dabei ist signifikant (und es kam während der Tagung öfter zur Sprache): die säkulare Bewegung ist eben auch eine feministische Bewegung – und sie muss es sein. Und so sind es auf der Konferenz gerade die Frauen, die Zeichen setzen: Nada Peratovic (Kroatien), Arzu Toker (Deutschland/Türkei), Maryam Namazie (UK/Iran), Annie Laurie Gaylor (USA). Doch nicht allein Frauenrechte – alle Menschenrechte gilt es weltweit durchzusetzen. Wir müssen das Projekt Aufklärung weiterführen, wie PZ Myers appelliert. Es gibt keinen echten Säkularismus ohne Freiheit, Gleichheit und das Eintreten für die Durchsetzung der Menschenrechte für alle Menschen. Und Colin Goldner geht noch einen Schritt weiter – in seinem emotionalen Beitrag fordert er Grundrechte auch für die Großen Menschenaffen ein: Schimpansen, Bonobos, Orang Utans, Gorillas.

Aus der Vielzahl der Vorträge möchte ich noch zwei hervorheben, die sich dem Thema widmeten, dem meine besondere Aufmerksamkeit gilt: Religion und Gewalt. „Säkularismus ist die Lösung“ ist der Titel des Vortrags von Michael Schmidt-Salomon, den er sich beim saudi-arabischen Säkularisten Raif Badawi geliehen hat. Ohne die konsequente Trennung von Kirche und Staat (und – so möchte ich hinzufügen – Gesellschaft und Religion) „wird es nirgends auf der Erde Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit geben“. Frieden gibt es, wo Religion herrscht, nur für die „In-Group“ – also für die eigene Gemeinschaft -, selten aber für die „Out-Group“- also Anders- oder Nichtgläubige. An vielen Beispielen macht Carsten Frerk dies in seinem Beitrag „Religion als Brandbeschleuniger“ deutlich – in einer Art Schnelldurchlauf durch die (vor allem europäisch dominierte) Geschichte weist er auf die Beteiligung, wenn nicht gar Haupttäterschaft religiöser Gemeinschaften in den wichtigsten militärischen Konflikten hin.

Abschließend möchte ich insbesondere Leo Igwe aus Nigeria und Valentin Abgottspon aus der Schweiz danken. Valentin, weil er uns gezeigt hat, welche schlagkräftige Waffe der Humor für uns sein kann. Und Leo, weil er uns auf seine wunderbare und unnachahmliche Art deutlich gemacht hat, dass man nicht auf einem Zaun stehen kann – entweder entscheidet man sich für eine Seite (nämlich religiöse Intoleranz zuzulassen oder aber schonungslos das säkulare Projekt voranzutreiben) oder man verliert den Halt und fällt. Und so lautet das Fazit der Tagung: Seien wir nicht nur „Freethinker“, sondern auch „Freedoer“.

Bilder und Filme von der Tagung auf www.ibka.org

 

Sie sind herzlich eingeladen!

Ein Film über die Geschichte des evolutionären Humanismus. Vorführung und anschließende Diskussion

Ist der Mensch tatsächlich nur ein »fataler Irrläufer der Natur«, um den es nicht schade wäre, würde er von der Erde verschwinden? Nein, sagt Philosoph und Bestsellerautor Michael Schmidt-Salomon: Denn die biologische und kulturelle Entwicklung unserer Spezies zeigt, dass wir das Potenzial haben, immer besser, immer »humaner« zu werden. Ein beeindruckendes, augenöffnendes Plädoyer für den Glauben an die Menschheit.

Die Filmemacherin Ricarda Hinz hat zum 10-jährigen Bestehen der Giordano-Bruno-Stiftung eine aufwändige 45-minütige Doku gedreht: „Hoffnung Mensch – Die Geschichte des evolutionären Humanismus“ wurde erstmals im November 2014 auf der Jubiläumsfeier der Giordano-Bruno-Stiftung in der Deutschen Nationalbibliothek Frankfurt gezeigt.

 

Datum/Zeit: 15.04.2015, 19:30 Uhr

Ort: Kulturwerkstatt Paderborn (Cafeteria), Bahnhofstr. 64

 

Eintritt frei

 

Der Film zum 10-jährigen Bestehen der Giordano-Bruno-Stiftung

Viel zu lange schon wurde das Denken der Menschen durch starre politische oder religiöse Ideologien bestimmt. Noch heute üben sie einen verheerenden Einfluss auf die internationale Politik aus. Aber es könnte sein, dass sich dies in den nächsten Jahrzehnten ändern wird. Denn nichts wirkt so mächtig wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist.

 

YouTube Preview Image

 

Giordano-Bruno-Stiftung ruft zur Stärkung der Kunst-, Presse- und Meinungsfreiheit auf

Der Petitionsausschuss des Deutschen Bundestags hat die Petition zur Streichung des sogenannten „Gotteslästerungsparagraphen“ 166 StGB auf seiner Internetseite veröffentlicht. Der Paragraph bedroht Künstlerinnen und Künstler mit Gefängnisstrafen bis zu drei Jahren, wenn sie in ihren Werken religiöse oder weltanschauliche Bekenntnisse in einer Weise „beschimpfen“, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu gefährden. Die Petition kann ab sofort unterzeichnet werden. Die Zeichnungsfrist endet am 17. Februar.

Der deutsche Philosoph und Vorstandssprecher der Giordano-Bruno-Stiftung (gbs) Michael Schmidt-Salomon hat die Petition bereits am 8. Januar als Reaktion auf den Anschlag auf das französische Satiremagazin „Charlie Hebdo“ eingereicht. „Ich denke, dass der Gesetzgeber in der gegenwärtigen Situation unmissverständlich klarstellen muss, dass er die Freiheit der Kunst höher gewichtet als die verletzten Gefühle religiöser Fanatiker“, erklärte Schmidt-Salomon dazu am Dienstag am gbs-Stiftungssitz in Oberwesel. „Man muss sich vergegenwärtigen, dass nach deutschem Gesetz die Satiriker von Charlie Hebdo hätten verurteilt werden können, weil ihre Zeichnungen Fundamentalisten dazu animierten, Terrorakte zu begehen. Eine solche Umkehrung des Täter-Opfer-Verhältnisses dürfte es in einem modernen Rechtsstaat nicht geben! Daher haben alle ‚Charlie Hebdo‘- Solidaritätsbekundungen der Kanzlerin einen faden Beigeschmack, solange § 166 StGB weiterbesteht.“

In seiner Stellungnahme wies Schmidt-Salomon darauf hin, dass sich die deutsche Politik an der Seite der Vereinten Nationen schon seit Jahren dafür einsetze, Blasphemie-Gesetze in anderen Ländern abzuschaffen: „Diese Forderung wäre weit glaubwürdiger, wenn Deutschland mit gutem Beispiel vorangehen und § 166 StGB ersatzlos streichen würde.“

… weiterlesen bei der Giordano-Bruno Stiftung.

 

Die Petition kann auch direkt online auf der Internetseite des Petitionsausschuss des Deutschen Bundestags gezeichnet werden:

https://epetitionen.bundestag.de/content/petitionen/_2015/_01/_08/Petition_56759.html

 

Da mindestens 50.000 Unterschriften für eine öffentliche Beratung im Petitionsausschuss benötigt werden, freuen wir uns, wenn Sie möglichst viele Menschen auf diese Petition aufmerksam machen! Danke! 🙂

 

Von den teils kuriosen Erfahrungen einiger, die auszogen und ihre Gottlosigkeit glücklich kundtan 😉 Oder auch: Wenn zwei (Gläubige und Ungläubige) das Gleiche tun, ist das noch lange nicht dasselbe.

Man stelle sich vor, irgendwo in einem Dorf oder einer Stadt macht ein christlicher Buchladen auf, bietet Lesungen, Filmabende, Diskussionen, schreibt groß ins Schaufenster „Gott liebt auch dich!“ oder „Jesus ist auch für dich gestorben!“ … Wayne? Genau, niemand stört sich daran, gibt es in unzähligen Städten, auch hier um die Ecke. Keine Drohungen bzw. Drohanrufe, keine Abmahnungen, weil Atheisten sich in ihren Gefühlen beleidigt fühlen…

Und nun der andere Fall: Da schreiben Menschen an ihren Laden „Gottlos glücklich“, bieten Filmabende etc. und? Die Republik steht Kopf! 😉 Drohanrufe, Abmahnung, aber auch viel Sympathie und viel Schönes! 😉 Und die Botschaft schafft es sogar in die Kirche! 😉

Glaubt ihr nicht? Hier geht’s lang zum Erlebnisbericht -> Götterdämmerung in Düsseldorf