Nächstes Treffen
15. Novemer 2016
Infos hier!

Achtung! Treffen um 20:00 in der Kulturwerkstatt Paderborn zum Vortrag von Dr. Carsten Frerk!
Diskussionsforum
Ganz neu und immer offen für Ihre Fragen an uns:
Unser Diskussionsforum
Buchtipp
Archive
Kategorien
Meta

Die Regionalgruppe OWL wurde am 19.1.2011 in Bielefeld gegründet. Nach zwei Jahren monatlicher Treffen in der Bürgerwache in Bielefeld fand unser erstes Treffen im Jahre 2013 am 18.1. in Paderborn statt. Wir waren zu zwölft und uns ging auch nach mehr als 3 Stunden der Gesprächsstoff nicht aus, so dass wir uns schnell einig waren, wir müssen uns wieder treffen 😉

Themen waren u.a. aktuelle Entwicklungen beim Thema Missbrauch in der katholischen Kirche, die Abweisung einer Vergewaltigten in zwei Kölner katholischen Krankenhäusern, Bekenntnisschulen und die Befreiung vom Religionsunterricht dort (Kurze Beine – kurze Wege), religiöse Diskriminierung am Arbeitsplatz (GerDiA), die Differenzierung zwischen Moral und Ethik, die Fragen „Gibt es Schuld?“, „Haben wir einen freien Willen?“, des Weiteren, welche Lebensmodelle der säkulare Humanismus bietet, inwiefern sie insbesondere auch jungen Menschen Orientierung und ein Gemeinschaftsgefühl bieten können, eine „Kuschelecke für Humanisten“ ;-), christliche Feiertage und wie sie immer mehr ihren christlichen Kontext verlieren und zu eher säkularen Familienfeiern werden oder sich auch im Konsumrausch verlieren, die Ausstellung Credo in Paderborn und etwaige Veranstaltungen unsererseits diesbezüglich (in diesem Zusammenhang wurde auch das Buch Schatten über Europa: Der Untergang der antiken Kultur erwähnt), was wollen wir überhaupt ganz praktisch tun, welche technischen Tools können wir nutzen (unser Blog, Doodle, Google Text & Tabellen, Mumble-Server der gbs usw.), wie gewinnen wir neue Interessenten (ohne Missionierung ;-)) und vieles mehr.

Weitere Bücher, die angesprochen wurden, waren

(Sollte ich eins vergessen haben, bitte melden.)

An dieser Stelle auch noch einmal ganz herzlichen Dank an „unsere Leute“ 😉 vom Reiseladen Paderborn, die uns nicht nur einen angenehmen Treffpunkt zur Verfügung gestellt, sondern auch toll bewirtet haben!

2 Kommentare to “Erstes Treffen 2013”

  • Ingo Scheulen:

    Hallo Ihr Ungläubigen,
    Das Treffen in PB fand ich interessant. Da ich einfach nur neugierig war, hatte ich erst einmal keine Erwartungen und konnte somit nicht enttäuscht werden.
    Wenn diese Runde für mich (und vielleicht auch für andere) interessant bleiben soll, müsste man sich aber über ein paar Dinge verständigen: Was soll beredet oder getan werden? Gibt es bestimmte Ziele? Oder soll es ein offenes Diskussionsforum sein? Versteht sich die Gruppe als „Jüngerkreis“ der GBS ? 😉 Dies sollte beim nächsten Mal geklärt werden.
    Ob und inwieweit ich selbst dauerhaft dabei sein kann und will, wird sich dann finden. Da ich neben meinem Fulltime-Job als Vermögensberater mehrfach ehrenamtlich unterwegs bin, klage ich nicht über Langeweile …
    Unten ein paar Zitate und Lese-Tipps zur Anregung.
    Bis nächstes Mal
    Ingo Scheulen (Bad Salzuflen)

    • Sapere aude! – Wage zu wissen! (Horaz, Epistulae, 1. Jh. vuZ)

    • Was ist Aufklärung? „Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Muthes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Sapere aude! Habe Muth, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! ist also der Wahlspruch der Aufklärung.“
    (Immanuel Kant, 1783)

    • Das religiöse Elend ist in einem der Ausdruck des wirklichen Elendes und in einem die Protestation gegen das wirkliche Elend. Die Religion ist der Seufzer der bedrängten Kreatur, das Gemüt einer herzlosen Welt, wie sie der Geist geistloser Zustände ist. Sie ist das Opium des Volks.
    Die Aufhebung der Religion als des illusorischen Glücks des Volkes ist die Forderung seines wirklichen Glücks: Die Forderung, die Illusionen über seinen Zustand aufzugeben, ist die Forderung, einen Zustand aufzugeben, der der Illusionen bedarf. Die Kritik der Religion ist also im Keim die Kritik des Jammertales, dessen Heiligenschein die Religion ist.
    (aus Karl Marx: Zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie, 1844)

    • Es rettet uns kein höh’res Wesen,
    kein Gott, kein Kaiser noch Tribun
    Uns aus dem Elend zu erlösen
    können wir nur selber tun!
    (aus: Die Internationale, 2.Strophe, deutsche Fassung von Emil Luckhardt 1910)

    Zusätzliche Tipps:
    Bücher:
    1. Stefan Bonner / Anne Weiss: Heilige Scheiße – Wären wir ohne Religion wirklich besser dran? – Köln 2011
    2. Joachim Kahl: Das Elend des Christentums – Plädoyer für eine Humanität ohne Gott. Hamburg 1968, neuere Ausgabe 1993
    3. Bertrand Russell: Warum ich kein Christ bin – Über Religion, Moral und Humanität. Deutsch: München 1963 und später
    4. Horst E. Richter: Der Gotteskomplex – Die Geburt und die Krise des Glaubens an die Allmacht des Menschen. Hamburg 1979 und später
    5. Hans Conrad Zander: Ecce Jesus – Ein Anschlag gegen den neuen religiösen Kitsch. Hamburg 1992
    6. Horst Georg Pöhlmann: Der Atheismus oder der Streit um Gott. Gütersloh 1977 und 1991
    7. Olivier Roy: Heilige Einfalt. Über die politischen Gefahren entwurzelter Religionen. Paris 2008, deutsch: München 2010
    8. Ulrich Schnabel: Die Vermessung des Glaubens: Forscher ergründen, wie der Glaube entsteht und warum er Berge versetzt. München 2008
    9. Michael Schmidt-Salomon: Keine Macht den Doofen. München 2012

    Texte / Artikel:
    1. Zeitschrift GEO, Ausgabe 04/2012: Wie gefährlich ist Religion? Glaube und Fanatismus. Zu beziehen über http://www.geo.de
    2. Joachim Kahl: Die Antwort des Atheismus http://www.ibka.org/artikel/ag98/atheismus.html
    3. Es geht der Giordano Bruno Stiftung weder um Toleranz noch Humanität – Wofür steht Giordano Brunos Name? – Kommentar von Micha Brumlik in der taz vom 21.11.2012 http://www.taz.de/!105926/
    4. Martin Luther war viel schlimmer – Replik auf Micha Brumlik im Interview der taz mit Michael Schmidt-Salomon, 13.01.2013: http://www.taz.de/Giordano-Brunos-Antisemitismus/!108913/

    Sonstiges:
    1. Ketzer-Stammtisch Münster: http://www.ibka.org/node/1111
    2. Zum Thema Schule und Religion in NRW http://www.ibka.org/nrw/artikel/schule

  • Ingo Scheulen:

    Die Parteien zu Staat und Kirche:

    Unvollständige und vorläufige Übersicht über die Haltung der Parteien zu Staat und Kirche

    Generell: Eine Veränderung des status quo steht aktuell nirgends auf der Agenda. Dass hier Handlungsbedarf besteht, dafür hier ein paar Stichworte:

    garantierter „Tendenzschutz“ für Einrichtungen in kirchlicher Trägerschaft (KiTas, Pflegeheime, Kliniken u.v.a.)
    Betriebsverfassungsrecht gilt nicht für MitarbeiterInnen solcher Betriebe
    Teilfinanzierung originärer kirchlicher Aufgaben und Einrichtungen aus allgemeinen Steuermitteln
    Steuereinzugsprivileg für Kirchensteuern

    CDU
    Eine stärkere Trennung von Staat und Kirche wird ausdrücklich abgelehnt, als Grund für die „zentrale gesellschaftspolitische Bedeutung der Kirchen“ wird nicht nur auf deren Engagement im Sozialbereich verwiesen, auch die „Vermittlung gesellschaftlicher Werte“ wird als Argument angeführt, warum die Kirchen „jenseits jeder Religiosität“ wichtig für die gesamte Gesellschaft seien. – mehr unter http://www.ibka.org/artikel/ag02/parteien.html

    CSU
    ist klar, oder?

    SPD
    Die SPD ist nach den Worten ihres Vorsitzenden Sigmar Gabriel weiter gegen eine strikte Trennung von Staat und Kirche. Daher könne es in der Partei keinen „Arbeitskreis der Laizistinnen und Laizisten“ geben, der eine solche Position nach außen vertrete. Das schrieb Gabriel am Wochenende in seinem Facebook-Profil. Zugleich unterstrich er, dass er das Thema Laizisten in der SPD „nicht wirklich weltbewegend“ finde.
    Quelle 15.01.2012: http://www.rp-online.de/politik/deutschland/spd-gegen-strikte-trennung-von-staat-und-kirche-1.2673318
    Genauso apodiktisch äußert sich die Generalsekretärin Andrea Nahles: http://gbs-berlin.org/spd-gegen-trennung-von-staat-und-kirche/.
    Dagegen Oliver Lösch und andere aus Ba-Wü, der mit seiner Gruppe „Laizistinnen und Laizisten in der SPD“ – darunter einige MdB – jetzt hier zu finden ist: http://www.laizistische-sozis.eu/
    Zur Erinnerung: 90 Jahre lang gab es in der alten SPD eine klare Ansage. „Im Jahre 1869 hatten die deutschen Sozialdemokraten im Eisenacher Programm die „Trennung der Kirche vom Staat und Trennung der Schule von der Kirche“ gefordert. Sechs Jahre später schrieben die Bebel-Genossen in ihr Gothaer Programm, die Religion solle offiziell „zur Privatsache“ erklärt werden. In Erfurt zagen sie 1891 selbst die Konsequenz: Die Abschaffung aller Aufwendungen aus öffentlichen Mitteln zu kirchlichen und religiösen Zwecken“ wurde ebenso verlangt wie die „Weltlichkeit der Schule“.
    Auch nach dem Ersten Weltkrieg forderte die SPD weiter die „Trennung von Staat und Kirche“ sowie die „Ausgestaltung der Schule zur weltlichen Einheitsschule“ (Görlitzer Programm 1921). In Heidelberg beschloß ein Parteitag 1925 sogar, „jede öffentlich-rechtliche Einflußnahme von Kirche, Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften (auf die Schulen) ist zu bekämpfen“.
    Im 1959er Godesberger Programm hingegen betonte die SPD, sie achte „die Kirchen und die Religionsgemeinschaften, ihren besonderen Auftrag und ihre Eigenständigkeit. Sie bejaht ihren öffentlich-rechtlichen Schutz“.“ (aus DER SPIEGEL, 48/1062)
    Mit dem Godesbeger Programm hatte die SPD bekanntlich nicht nur mit der Kirche ihren Frieden gemacht …

    FDP
    Christian Lindner hat in der „FAZ“ Glauben zur Privatsache erklärt: „Das Christentum ist nicht die deutsche Staatsreligion, sondern ein persönliches Bekenntnis der Bürger.“ Eine Selbstverständlichkeit, sollte man meinen. Es gebe keinen vernünftigen Grund mehr, die christlichen Kirchen gegenüber anderen Religionsgemeinschaften zu privilegieren. Die Wurzeln des Grundgesetzes reichten bis nach Rom und zur attischen Demokratie, ihre Prinzipien seien seit der Französischen Revolution erkämpft worden – „oft genug gegen den Widerstand der Kirchen“.
    Quelle 14.08.2011: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/religionsdebatte-in-der-spd-trennung-von-staat-und-kirche-um-gottes-willen-a-777968.html
    Es gibt wenige Essentials im deutschen Liberalismus, heute noch weniger als in früheren Zeiten. Eines davon ist die Forderung nach strikter Trennung von Staat und Kirche. Praktisch ist daraus seit Anfang der 1970er Jahren jedoch nichts erfolgt, was zu berichten wäre …
    25.11.2012 (taz): Keine Provokation erwünscht. Die Jungen Liberalen in Schleswig-Holstein wollten auf dem Parteitag eine klarere Trennung von Staat und Kirche erreichen. mehr hier: http://www.taz.de/!106192/

    GRÜNE
    Bei der Kandidatenbefragung wurde gefragt, wie sich die Bewerber für die Spitzenkandidatur für 2013 zur Trennung von Staat und Kirche stellen: http://www.gruene.de/partei/urwahl/frage-6-trennung-von-staat-und-kirche.html
    In den 90er Jahren vertraten die Grünen offensiv die Position, die Trennung von Staat und Kirche voranzutreiben.
    Bündnisgrüner Verfassungsentwurf für ein neues Grundgesetz im vereinten Deutschland – wesentlich vorangetrieben durch den Theologen und späteren Europa-Abgeordneten Wolfgang Ullmann:
    Artikel 9a
    (Kirchen und Religionsgesellschaften, Weltanschauungsgemeinschaften)
    (1) Staat und Kirche sind getrennt.
    (2) Die Freiheit der Kirchen und Religionsgesellschaften wird gewährleistet. Sie ordnen und verwalten ihre Angelegenheiten selbständig innerhalb der Schranken der Verfassung und der für alle geltenden Gesetze. Für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Kirchen und Religionsgesellschaften gilt das allgemeine Arbeits- und Sozialrecht.
    (3) Kirchen und Religionsgesellschaften sind gleichgestellt, ebenso Vereinigungen, die sich die gemeinschaftliche Pflege einer Weltanschauung zur Aufgabe machen.
    (4) Religionsgesellschaften erwerben die Rechtsfähigkeit nach den allgemeinen Vorschriften des bürgerlichen Rechts.
    In der Praxis spielt die Frage der Aufhebung von Privilegien für die christlichen Konfessionen seit üb er 10 Jahren keine Rolel mehr. Unter anderem (wie auch in der SPD) war das Wirken der Partei-AG „Christinnen und Christen“ erfolgreich.

    LINKE
    Einzig bei der Linken sind immer wieder Vorstöße für eine Abschaffung von Vorrechten der Kirchen zu notieren. Allerdings laufen sie immer ins Leere und bleiben folgenlos, weil vorher keine politischen und gesellschaftlichen Bündnispartner gesucht werden.

    Piratenpartei
    „Die weltanschauliche Neutralität des Staates herzustellen, ist daher eine für die gedeihliche Entwicklung des Gemeinwesens notwendige Voraussetzung. Ein säkularer Staat erfordert die strikte Trennung von religiösen und staatlichen Belangen; finanzielle und strukturelle Privilegien einzelner Glaubensgemeinschaften, etwa im Rahmen finanzieller Alimentierung, bei der Übertragung von Aufgaben in staatlichen Institutionen und beim Betrieb von sozialen Einrichtungen, sind höchst fragwürdig und daher abzubauen.“ Quelle: http://www.piratenpartei.de/politik/staat-und-demokratie/trennung-von-staat-und-religion/

    Bitte diese Auflistung ergänzen.

Kommentieren

*